Ich und die Wirklichkeit (Prag)
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Keine Atempause

dank Vollarbeitswoche. Hab letzte Woche 64 Stunden auf Arbeit verbracht. Eigentlich finde ich das absurd und für mich nicht zu rechtfertigen, aber aus einem Selbstzerstörungstrieb, verbunden mit etwas Langeweile und ohne wirkliche Ausrede hier mehr oder weniger allein Prag, ist das eben so passiert. Heißt ich hab mich hier noch nicht eingerichtet, erstmal einrichten lassen. Das ist allerdings zumindest erstmal ein Standpunkt, von dem aus ich mich bewegen kann - mein Sein bestimmen als Ablehnung dessen, was ich bin. Vielleicht wär das auch anders gegangen, aus einer Art ausgehaltenem Schwebezustand heraus, ohne wirkliches Ziel, nur mit der unwirklichen, hier unendlich weit entfernten Aufgabe ein Studium abzuschließen.

Ich hätte wesentlich sinnvollere Sachen hier zu tun, ganz abgesehen von den wirklich angenehmen Seiten des Lebens (Kino, Bier, Schokolade, Musik, Theater, ...), wartet immer noch ein Artikel über eine Woche Frankreich, 2 1/2 Protokolle fürs Studium, zwei Bücher, die ich bis Ende des Monats eigentlich noch gelesen haben wollte, etc., doch aus Bequemlichkeit gehe ich arbeiten.

Was mich erfreut ist der heimliche Plan gekündigt zu werden, aber auch das wird nicht passieren, denn ich werde gebraucht, am besten sieben Tage in der Woche, für zwei Schichten, wenn ich wollte, könnte ich das ohne Probleme arbeiten (würde hundertundzwölf Stunden machen).

Die Arbeit kann ich fast mögen, ist bei mir etwa gleichwertig mit dem Unterhaltungswert einer Talk-Show (rangiert im unteren drittel bei mir). Nachtschichten allein oder zu zweit sind super, viel Platz zum rumblödeln und Unsinn machen, so die ganz streng verbotenen Sachen, wie Biertrinken und Chipsessen und Rauchen etc. (dafür hasse ich blogs) Heißt alles ist gut, wenn das Management weg ist und ich vor allem keine Morgenschicht machen muß. Ich hasse Morgenarbeitende! Sie mögen mich auch nicht besonders, glaub ich.

Meine Eltern waren so großzügig mir noch hundert um ihr Kind in der Fremde besorgte Euro zukommen zu lassen. Ungünstigerweise tatsächlich Euro, so daß ich zwei Stunden damit verschwendet hab sie zu einem ziemlich unbefriedigenden Wechselkurs umzutauschen (1:27,3). Dabei hatte ich alle meine Hoffnungen in Ceska Sporitelka gesetzt, dort noch nach Ziehen einer Nummer eine halbe Stunde gewartet und hätte genau so gut in eine erstbeste Wechselstube gehen können. Grrr.

Vorgestern gabs den ersten Schock: bin mittlerweile schon 4 Wochen hier, verbunden mit etwas Heimweh, aber was solls, hab nicht zu große Lust darüber nachzudenken und dann ist es auch egal.

Zu Prag selbst: Metrofahren ist großer Blödsinn, erstens ist Schwarzfahren ziemlich riskant und zweitens sieht man gar nichts und drittens ist es auch kaum schneller als Bus oder Straßenbahn. Versuch also den Bus zur Arbeit und hab bis jetzt auf ein 3-Monatsticket verzichtet, mit 40 mal Schwarzfahren sollte ich die Strafgebühr wieder rein haben, sind so ca. 18 Euro Strafgebühr, die ich dann in Bar zahlen müßte und die Sache ist erledigt. Mein Privatsport, für das Minierfolgserlebnis am Morgen und am Abend.

27.9.06 13:22
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


stalinwerke / Website (1.10.06 15:29)
ich finde ja eigentlich dass das alles ganz goßartig klingt. v.a. will ich unbedingt fotos von den ca. zehntausend friedhöfen. aber ein bisschen klingt das was du da berichtest doch nach erschöpftem existenzialisten mit kafka- drall. arbeit gerne machen ok. friedhöfe und absurde monumente ok. sein als ablehnung der aktuellen existenz ok. aber alles auf einmal? da kommt große literatur bei raus. aber kein spaßiges we. in diesem sinne: lach mal wieder so, dass es auch bei uns ankommt. sonst schick ich dir bald besorgtumeinengutenfreundgeld. ehrlich. und dass will doch keiner.

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